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Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Samstag, 21. April 2018

Stricke des Todes hatten mich umfangen, ich kam in Jammer und Not. Aber ich rief an den Namen des HERRN: Ach, HERR, errette mich!
Psalm 116,3.4

Die Jünger weckten Jesus auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen? Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig! Verstumme! Und der Wind legte sich und es ward eine große Stille.
Markus 4,38-39

Termine in dieser Woche

22. April 2018   Jubilate
22. April 2018   10:00 Uhr   Adelsberg   Gottesdienst

Es ist vollbracht!

„Geschafft – jetzt erst mal chillen!“ lautet ein Postkar-tenspruch.  Nach einer großen Anspannung - etwa bei einer Prüfung - Erleichterung spüren, zufrieden auf das abgeschlossene Projekt schauen, aufatmen und sich freuen: „Geschafft!“

Bei Jesus klingt es ganz ähnlich: „Es ist vollbracht“.
Er sagt diese Worte jedoch am Kreuz kurz vor seinem Sterben. So überliefert es der Evangelist Johannes. Nach dessen Zeugnis stirbt Jesus nicht mit einem  Schmerzensschrei der Verzweiflung, sondern mit den Worten dessen, der sich am Ziel weiß.

Die gesamte Passionsgeschichte hindurch tritt Jesus im Johannesevangelium sehr souverän auf. Das Kreuz ist für ihn nicht das Ende seines Weges, sondern der letzte Schritt im Plan Gottes; nicht Tiefpunkt seines Lebens, sondern Höhepunkt. Bei Johannes hat der Karfreitag schon den Glanz von Ostern, der Gekreuzigte ist der Erhöhte. Obwohl er stirbt, ist er der Sieger, denn mit seinem Tod überwindet er die Macht der Sünde und entmachtet den Tod. Äußerlich mag sein Sterben wie eine Niederlage aussehen. Wer tiefer schaut, nämlich mit den Augen des Glau-bens sehen kann, erkennt das Geheimnis dessen, der am Kreuz seinen Auftrag erfüllt und sich so als Sohn Gottes erweist.

Viele Kreuzigungsbilder zeigen Jesus als den Leidenden, der qualvoll in den Tod geht. Damit drücken sie aus, wie tief sich Jesus dem Leid aussetzt und wie weit er sich erniedrigt. In den Evangelien des Matthäus und Markus schreit Jesus am Kreuz nach Gott:  „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Mit diesem Ausruf solidarisiert er sich mit jenen, die in ihrer Verzweiflung ebenso nach Gott schreien möchten. Der leidende Christus hat etwas Tröstliches, weil Jesus sich im Leiden als solidarisch uns gegenüber erweist.  

Aber auch der siegreiche Christus, wie ihn Johannes schildert, vermag zu trösten. Jesus überwindet, was das Leben beeinträchtigt und bedroht. Er vollbringt die Erlösung von Sünde und Tod. Er hat es geschafft und wir profitieren davon - eine Botschaft, die aufatmen lässt und Freude auslösen möchte.  

Eine gesegnete Passions- und Osterzeit wünscht im Namen aller Mitarbeiter und Kirchvorsteher                             
Ihr Pfarrer Daniel Förster