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Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Montag, 20. August 2018

Der HERR hatte sie fröhlich gemacht.
Esra 6,22

Sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen.
Apostelgeschichte 2,46

Termine in dieser Woche

24. August 2018   19:00 Uhr   Adelsberg   Gottesdienst
26. August 2018   13. So. n. Trinitatis
26. August 2018   10:00 Uhr   Adelsberg   Gottesdienst

Willkommenskultur

September 2015.  Hauptbahnhof München.  Mit Luft-ballons und Teddybären werden aus Ungarn kommende Flüchtlinge begrüßt. Es gibt Tee und Kekse. In den Medien überschlagen sich die Lobeshymnen auf die neue deutsche Willkommenskultur und im Ausland reibt man sich die Augen. Kurze Zeit später ist von dieser Kultur wenig übriggeblieben. Wer sie gepflegt hat, wird als „Gutmensch“ belächelt oder gar als Verräter beschimpft. Seitdem wird diskutiert, wie viel Fremdes  unsere Gesellschaft verträgt und wo die Gastfreundschaft an ihre Grenzen kommt. Diese Diskussion ist notwendig, sie macht das Wesen der Demokratie aus und sie macht auch vor Kirchentüren nicht Halt.

Als Christen achten wir darauf, was Gott uns sagt. Gastfreundschaft gehört dabei zu den großen Selbstverständlichkeiten der Bibel. In vielen biblischen Ge-schichten wird  von praktizierter Willkommenskultur erzählt. Das Alte Testament gebraucht für „Gast“ und für „Fremdling“ das gleiche Wort. Dem Fremdling wird Schutzstatus zuerkannt, ihm wird Asyl gewährt und Versorgung zuteil. „Gott liebt die Fremdlinge“, heißt es (5. Mose 10,18) und mehrfach wird das Volk Israel an die eigene Erfahrung der Fremde in Ägypten erinnert. Jesus identifiziert sich mit den Fremden, wenn er sagt: „Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.“ (Mt 25,35)  Entsprechend wird im Hebräerbrief die Gemeinde ermahnt: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht!“ (Hebräer 13,2; Monatsspruch für Juni)    

Christina Brudereck sagt: „Gastfreundschaft ist kein Ereignis, sondern eine Haltung. Eine Lebenseinstellung. Wie Demokratie. Sie findet nicht zu besonderen Gelegenheiten statt. Sie bestimmt die Atmosphäre. Muss immer wieder geübt werden.  Ob eine Gesellschaft gastfreundlich oder demokratisch ist, erkennst du nicht an den Feiertagen, zu Weihnachten oder am Tag der Bundestagswahl. Du liest es täglich in der Zeitung. Du hörst es in ihrer Sprache. Du siehst es in ihrer Werbung. Gastfreundschaft ist eine Freiheit. Sie heißt willkommen. Ist die Gegenbewegung zur Abschottung. Zur Ausgrenzung. Sie ist neugierig. Sie schenkt. Sie teilt - nicht ein in ein „Wir“ und „die Anderen“. Gott - ist ein großzügiger Gastgeber. Wir sind Gäste. Alle. Von Geburt an. Willkommen in dieser Welt. An einem Tisch, den wir nicht gedeckt haben. Sonne, Wind, Liebe, Freundschaft, Brot, Wein  oder Musik sind Teil der Festtafel.“  

Eine gesegnete Sommer- und Ferienzeit wünscht im Namen aller Mitarbeiter und Kirchvorsteher
Ihr Pfarrer Daniel Förster