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Themen, die dran sind

Erklärung der 27. Ev.-Luth. Landessynode Sachsens zum „Gesprächsprozess zum Schrift- und Kirchenverständnis“

 

"Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob." Römer 15,7

 

 

 

 

Die 27. Ev.-Luth. Landessynode Sachsens dankt allen, die sich am Gesprächsprozess zum Schrift- und Kirchenverständnis beteiligt haben. Sie dankt dem Ev.-Luth. Landes-kirchenamt Sachsens und der von diesem beauftragten Arbeitsgruppe für die Konzi- pierung und Koordinierung dieses Prozesses und für die Erstellung des vorliegen-den Abschlussberichts. Sie dankt ferner den Multiplikatorinnen und Multiplika-toren sowie allen, die in Organisation und inhaltlicher Gestaltung am Gesprächs-prozess mitgewirkt haben.

 

 

In Sorge um die geistliche Einheit der Landeskirche hatte die 26. Ev.-Luth. Landessynode Sachsens auf ihrer Frühjahrstagung im April 2012 zu diesem Prozess aufgerufen. Dass er in verschiedener Hinsicht schwierig und schmerzvoll sein würde, war allen Beteiligten damals bewusst. Im Verlauf des Prozesses zeigte sich auch, dass die aufmerksame Wahrnehmung der jeweils anderen Position, das „vertiefte Kennenlernen, die Begegnung und der Austausch zwischen Menschen mit unterschiedlichen Prägungen und Positionen“ oft schwer fiel. Dennoch meinen wir, vor allem mit Dankbarkeit auf den dreijährigen Prozess zurückblicken zu dürfen, auf bereichernde Begegnungen und Gespräche in Podiumsdiskussionen, Konventen und Gemeindegruppen. Aus unserer Sicht haben sie folgendes zum Ausdruck gebracht:

 

1. Es gehört zum Wesen der Kirche Jesu Christi, dass sie um das rechte Verständnis der Schrift ringt. Der Dialog über das Verständnis der Schrift hat aufs Neue gezeigt, dass wir gemeinsam aus der Schrift leben und uns als Kirche auf die Schrift gründen. Sie ist Basis unseres Glaubens und Ort der Offenbarung Gottes. Ihrer Autorität fühlen wir uns verpflichtet. Mit dem Gesprächsprozess verbinden wir darum die Hoffnung, dass er vor allem Anregungen zum eigenen Hören auf die Schrift gegeben hat und für die Zukunft geben wird.

 

2. Gerade der kritische Dialog um Fragen des Bibelverständnisses ist Ausdruck des unter uns lebendigen Bemühens um Gemeinschaft. Wir ringen um das Verständnis der Schrift, gerade weil wir beieinander bleiben wollen. Dabei sind wir uns bewusst, dass die Einheit der Kirche allein aus dem Wirken Jesu Christi im Heiligen Geist hervorgehen kann und somit immer eine geschenkte Einheit ist.

 

3. Zugleich ist uns schmerzlich bewusst, dass es in Fragen ethischer Urteilsbil-dung nicht zu einem einmütigen Verständnis der Schrift gekommen ist. Wir erfahren dies als Anfechtung. Gleichwohl wissen wir uns getragen vom gemeinsamen Hören auf die Schrift.

 

4. Schmerzlich ist uns bewusst, dass es im gemeinsamen Ringen um das Verständnis der Schrift zu Verletzungen und Verurteilungen gekommen ist. Das Gespräch ist teilweise verweigert oder mit großer Härte geführt worden. Wir bitten Christus und einander um Vergebung, wo wir selbst schuldig geworden sind, und um den Geist der Versöhnung unter uns.

 

5. Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen. Nur dann wird das Bemühen um Einheit glaubwürdig sein. Und nur dann kann der Streit dem Zueinanderkommen und Beieinanderbleiben dienen.

 

6. Wir bestätigen die Feststellung der 26. Landessynode, dass unterschiedliche Auffassungen im Schriftverständnis geistlich und theologisch angemessen sind und ihnen in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens Raum gegeben und Schutz gewährt wird. Unserer Landeskirche wird es in Zukunft gut tun, in geistlich-theologischen Fragestellungen zeitig einen offenen Diskurs zu führen.

 

7. Wir bitten die Gemeinden und Werke unserer Landeskirche herzlich darum, im Bemühen um die Schrift nicht nachzulassen und insbesondere auch die Fürbitte für die Einheit unserer Kirche zu pflegen und zu befördern. Daher rufen wir zu einem Gebet für die Einheit der Kirche und für das rechte Verständnis des Wortes Gottes auf, das jährlich am Sonntag Exaudi in allen Gottesdiensten stattfinden soll.

 

Dresden, den 17.04.2015

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