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Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Mittwoch, 19. Juni 2013:
Losungstext:
Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern!
Psalm 105,1
Lehrtext:
Paulus sprach: Ich achte mein Leben nicht der Rede wert, wenn ich nur meinen Lauf vollende und das Amt ausrichte, das ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes.
Apostelgeschichte 20,24


Ein Gott der Lebenden

Das Magazin „GEO“ hat vor einiger Zeit Ostern als den „Urknall des Christentums“ bezeichnet. Der Glaube an die Auferstehung ist neben dem Kreuzes- geschehen das zentrale Ereignis im Christentum. Dabei wirft dieser Glaube viele Fragen auf. Das ist heute nicht anders als damals zur Zeit Jesu. Manche dieser Fragen helfen nicht weiter, weil sie den Himmel mit den Maßstäben der Erde messen wollen. Auch Jesus wurde von Leuten zur Rede gestellt, die sich eine Auferstehung nicht so recht vorstellen konnten. Im Monatsspruch für März antwortete er auf eine derartige Frage. Er hält fest, dass Gott ein Gott des Lebens und der Herr über den Tod ist. Mit der Möglichkeit der Auferstehung zu rechnen geht einher mit meinem Gottesverständnis. Ist Gott für mich so groß und traue ich es ihm zu, dass er dem Tod die Macht genommen hat? Für Christen ist das nicht nur eine Vermutung oder eine vage Vorstellung, sondern ist mit der Auferweckung Jesu zu Ostern schon Ereignis geworden. Wie das genau vor sich gegangen ist, bleibt  dabei ein Geheimnis. Wer nicht nur glauben sondern wissen will, kommt da an seine Grenzen. Wichtig erscheint mir, hier die richtigen Fragen zu stellen, um einen Zugang zu finden. Nicht wie und was, sondern warum und wozu. Was bedeutet die Auferstehung Jesu für mein Leben? Ist Ostern „nur“ ein historisches Ereignis von vor fast 2000 Jahren, dessen wir einmal im Jahr freudig gedenken? Oder ein Ereignis, das mein Leben begleitet und prägt?

Der Philosoph Ludwig Wittgenstein hat gesagt: „An einen Gott glauben heißt, die Frage nach dem Sinn des Lebens verstehen. An einen Gott glauben, heißt sehen, dass es mit den Tatsachen der Welt noch nicht getan ist. An einen Gott glauben, heißt sehen, dass das Leben einen Sinn hat.“

Dass das Leben einen Sinn hat – diese Worte weisen in die entscheidende Richtung. Nicht die vielen unsinnigen oder wichtigen Fragen rund um die Auferstehung sind das Entscheidende, sondern zu entdecken, dass mit Ostern dem Leben eine neue Perspektive gegeben ist, die uns über das Leben hier auf Erden hinausführt. Nicht das Ende steht uns bevor, sondern das Leben bei Gott. Wohl dem, der das glauben kann.

Eine gesegnete Passions- und Osterzeit wünscht Ihnen im Namen der Kirchvorsteher und aller Mitarbeiter

Ihr Pfarrer Daniel Förster