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Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Donnerstag, 30. Oktober 2014:
Losungstext:
Er sättigt die durstige Seele, und die Hungrigen füllt er mit Gutem.
Psalm 107,9
Lehrtext:
Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.
Johannes 1,16


„Geben ist seliger als Nehmen!“

So sagt es ein Sprichwort und Sprichwörter schöpfen ihre Weisheit aus der Erfahrung. Doch die Erfahrung seligen Gebens muss erst einmal gewonnen werden. Das kostet Überwindung, das fordert Mut und Vertrauen. Logischer scheinen uns die Wahrheiten zu sein, die etwa so lauten: „Wer nimmt hat mehr und wer etwas sein möchte, muss erst einmal behalten, was er hat.“

Jesus Sirach tritt für einen anderen Lebensstil ein, einen Lebensstil  der  von Gottes Wort geprägt ist. „Ehre Gott mit

deinen Opfern gern und reichlich, und gib deine Erstlingsgaben ohne zu geizen.“ (Jesus Sirach 35,10; Monatsspruch für Oktober). Sirach ist ein Weisheitslehrer aus dem 2. vorchristlichen Jahrhundert. In dieser Zeit müssen sich die Juden in Israel den Einflüssen des Hellenismus stellen. Sirach lehnt das Neue nicht einfach ab, aber er hält an den Überzeugungen und Erfahrungen fest, die den jüdischen Glauben ausmachen. Dazu gehört die Praxis des Dankopfers. Der zehnte Teil der Ernte sollte als Zeichen des Dankes an Gott  im Tempel oder in der Synagoge  abgegeben werden. „Was bringt mir das?“ fragten sich die Menschen, denen die Tradition ihres Glaubens fremd zu werden drohte. Ist es nicht besser zu behalten statt abzugeben? Gedanken, die uns nach 2200 Jahren keineswegs fremd sind. Sirach wirbt für die Bereitschaft zum Geben und begründet dies zweifach:

1. Alles, was du hast, hast du empfangen, auch wenn du Mühe und Arbeit einge-setzt hast. Die Ernte hat Gott wachsen lassen; das Land, auf dem du erntest, hat dir Gott gegeben; das Leben, mit dem du dich verwirklichst, ist sein Geschenk an dich. So gesehen steht nicht die Forderung an erster Stelle, geben zu sollen, son-dern die Erkenntnis, zuerst  empfangen zu haben und beschenkt worden zu sein.  Wer sich so sieht, wird dankbar und demütig.

2. Alles, was du gibst, ist nicht umsonst gegeben. Freilich nicht so, dass es sich berechnen oder erzwingen ließe. Was vom Geben zurückkommt, wirkt sich oftmals auf einer anderen Ebene aus. „Einem freudigen Geber kehrt Freude ins Herz“, schreibt Jesus Sirach. Der Geber merkt, was er Gutes tun kann und wie er das Leben anderer bereichert. Das macht auch ihn glücklich und zufrieden.

Also doch: Geben ist seliger als Nehmen. Ob das so stimmt, kann jedoch nur erfahren, wer es versucht zu leben.

Im Namen aller Mitarbeiter und Kirchvorsteher grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer Daniel Förster